Hochleistungschillen in Goa

Eine Woche Goa liegt hinter uns und wir haben, wie versprochen, nichts gemacht. Mal davon abgesehen, uns durch die Speisekarten der Restaurants von Agonda zu arbeiten und gelegentlich mal eine Spritztour durch die Gegend zu machen.
Mittlerweile sind wir die letzten Gäste in unserer kleinen Anlage, in den anderen Resorts werden die Hütten bereits abgebaut. Last man standing in Goa.

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Um die Sache nicht langweilig werden zu lassen, organisiere ich seit wir angekommen sind den Rücktransport der Moppeds nach Delhi. Darüber liesse sich ein Buch schreiben, selbst mit Lalli Singhs Hilfe aus der fernen Hauptstadt ist das ein Abenteuer. Gestern liess der Spediteur nicht locker, mir zu versichern, dass meine Frau nicht bei ihm ist (wie auch, die Anja stand neben mir), danach rief mich jemand an, der mir entweder das Rezept für Fish Vindaloo (für 11 Personen), die Bedienungsanleitung für ein Stromaggregat oder den Termin und Preis für den Transport der Moppeds erklärt hat. Oder ganz was anderes. Wir werden es nie erfahren.

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Pune, West Ghat, Küste und Goa

Nach Abschluss der ausufernden archäologischen Besichtigungen gönnen wir uns, nicht zuletzt wegen der geplanten Tagesetappen, einen Stopp im Luxus von Pune. Als Universitäts- und IT-Hauptstadt präsentiert sich Pune sehr sauber, aber wirklich erstaunlich ist das komplette Fehlen von Kühen im Strassenverkehr.
Da man als Tourist auf einer Enfield nicht lang allein ist, machen wir noch Bekanntschaft mit den „Roadshakers“ aus Pune und treffen uns zu einer nächtlichen Ausfahrt.
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Zieht euch deren Webseite rein: http://www.roadshakers.in/ „Leave no man behind“ So muss das sein.

Über die West Ghats erreichen wir am 20.4. die arabische See. Nach Goa sinds noch knapp 400km, wir lassen uns dafür etwas Zeit und bauen einen Strandtag ein.
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Gut erholt erreichen wir heute, am 23.4. nach 2850km unser Ziel, Agonda im Süden Goas.
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Ab jetzt geben wir uns dem Nichtstun hin, von unserer Hütte zum Strand sinds keine 20m, dazwischen liegt die Bar!

Auf und abseits der Strasse:
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Melghat Tiger Reserve, Ajanta und Ellora

Um der Hitze der letzten Tage etwas zu entgehen, fahren wir nach Chikaldara an den Rand der Melghat Tiger Reserve auf 1100m Höhe. Die 600m Höhenunterschied fährt man auf knapp 30km echter Moppedstrecke. Kurve an Kurve und gut Grip.
Chikaldara ist bekannt für sein Fort, wir leisten uns einen Führer, da die Anlage recht weitläufig ist.

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Den zweiten Tag haben wir für eine Safari in der Tiger Reserve eingeplant und dafür einen Fahrer gemietet. Der bringt uns erstmal nach Semadoh zur Parkverwaltung, wo wir einen Guide aufnehmen.

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Jetzt darf man sich das hier nicht vorstellen, wie einen Nationalpark in Afrika, das hier ist ein lediglich eingezäuntes Gebiet, in dem die Tigerjagd verboten ist. Ansonsten hat es ganz normale Dörfer, die ganz normal ihren Müll in den Wald werfen (selbst die Parkverwaltung haut ihren Müll ans Ufer des Flusses und wartet auf den Monsun) und ganz normale Strassen, auf denen ganz normal Busse und LKWs ihre Hupkonzerte veranstalten.
Zur „Safari“ verlässt man die Hauptverkehrsstrasse auf Waldwegen und bewegt sich dort mit Maximalgeschwindigkeit, ohne anzuhalten. Ist angeblich verboten.

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Gesehen haben wir so den ganzen Tag über ein paar Bisons und zwei Pfaue. Immerhin habe ich gelernt, aus welchen Früchten hier wie Schnaps gebrannt wird.

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Zufällig lernen wir jemand von einem Enfield Club, den „Thumpriders“, kennen und fahren mit ihm am Tag nach der Safaripanne nach Amravati zum dortigen Enfield-Händler. Dort bekommt Anjas Bullet eine neue Dichtung und saut von da an nicht mehr. Die Jungs vom Club haben natürlich jede Menge gute Tipps für die weitere Strecke und natürlich Goa.

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Von Amravati aus gehts zu den letzten zwei Stationen Auf der Tempeltour, Ajanta und Ellora.
Die Höhlentempel von Ajanta sind vor allem wegen ihrer gut erhaltenen Malereien interessant, sie wurden erst im frühen 19. Jhdt. wiederentdeckt.

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Von Ajanta nach Ellora sinds nur 100km, die sind am Nachmittag nach der Besichtigung schnell abgerissen. Wir gönnen uns das schönste Hotel im Ort, direkt an dem Höhlen. Von unserer Terasse geniessen wir den Blick auf die vom Sonnenuntergang beleuchteten Höhlen.

Die Anlage von Ellora besteht aus 32 Hinduistischen und bhuddistischen Tempeln, wir konzentrieren uns auf den massiv aus dem Berg geschlagenen Kailash-Tempel.

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Ab morgen bewegen wir uns dann ohne weitere kulturelle Störungen Richtung Küste.

Unterwegs von und nach Sanchi

So ein Roadtrip besteht ja nicht nur aus der Aneinanderreihung von Highlights, sondern auch aus längeren Verbindungsetappen. Und oft genug erlebt man da mehr als man erwartet…
Von Khajuraho gehts nach Sagar. Die Stadt existiert laut Reiseführer nicht, das Netz weiss wenig bis nichts verwertbares. Also auf gut Glück los und vor Ort ein Hotel suchen, laut Google gibt es mindestens vier. Die ersten beiden sind belegt, an der Rezeption des zweiten bekommen wir einen Namen und eine typisch indische Wegbeschreibung „2km down the road, you will find hotel“. Natürlich finden wir nicht, fragen in einem Laden, der ruft im Hotel an und der Chef holt uns mit dem Mopped ab. Nach weiteren 5km und dreimal abbiegen sind wir schon da. Bevor man das Hotel sieht, hört man es trotz Verkehrslärm zwei Blocks vorher. Auf dem Hotelparkplatz steht ein veritables „Bier“zelt, darin zig Menschen, ein Vorbeter, ein Vortänzer und lautstarke Musik.
Das Zelt steht wie gesagt auf dem Parkplatz und wir müssen mit den Moppeds quer durch. Hört aber keiner. Was ist da eigentlich los? Eine siebentägige Feier zu Ehren Krishnas Geburtstag, man ist bei Tag vier.
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Wir werden eingeladen, dabei zu sein und haben ja eh nix anderes vor. Ruck zuck sind wir von sämtlichen Kindern umringt, die ihr Schulenglisch an uns ausprobieren wollen. Besonders die Anja ist der Star der Mädchen.
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Der Höhepunkt des Abends ist ein (echter, lebender – was in Anbetracht der Lautstärke echt ein Wunder ist) Säugling, der den neugeborenen Krishna darstellt. Er wird auf einem Tablett herumgetragen und alle fallen in Ekstase, selbst die Lahmen raffen sich auf um das Kind einmal zu berühren.

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Der nächste Tag ist bis auf den Tinitus von der Krishna-Geschichte sehr relaxt. Kurz nach Mittag erreichen wir Sanchi und besichtigen die Stupas, eine budhistische Tempelanlage.

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Die vier Eingangstore sind mit aufwendigen Arbeiten verziert. Und wer dachte, Budhisten würden auf alles fleischliche verzichten, sieht sich getäuscht.

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Zum Abschluss ein paar Impressionen von der Strasse.
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Khajuraho

Gestern sind wir die knapp 280km von Gwalior hierher gefahren. Klingt nicht viel und Verkehr war auch keiner. Allerdings kommt man mit knapp über 70 Sachen (Durchschnitt in Bewegung lt. Navi 40km/h) auf den z.T. sehr schlechten Strassen kaum voran. An die Kühe, Tuck-Tucks, Busse und LKWs haben wir uns gewöhnt, die sind berechenbar. Schlimmer sind die Fahrer größerer Geländewagen. Die kennen absolut keine Gnade, vor denen wurden wir schon in Delhi gewarnt.

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Völlig geschafft stellen wir die Moppeds vor dem Hotel ab.

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Heute sind wir zum Sonnenaufgang zur ersten Tempelanlage gefahren und haben die kühlen Stunden genutzt. Ist zwar hart, schon um halb sieben anzutreten, aber es hat sich gelohnt, bis auf die Gärtner war kein Mensch da.

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Die Steinmetzarbeiten sind faszinierenD detailreich, die Motive z.T. recht explizit 😉

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So macht Kultur Spass. Die üblichen Götter kommen aber auch nicht zu kurz.

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